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27. Internationale Nürnberger Versicherungs-ITF-Juniors

Harold Mayot und Darja Vidmanova holen sich Titel im Einzel

Die 300 Zuschauer am Finaltag des Internationalen Jugend-Weltranglistenturnier auf der Rosenhöhe kamen voll auf ihre Kosten, als sich Darja Vidmanova aus Tschechien und der topgesetzte Franzose Harold Mayot die beiden Titel sicherten. Viel Spannung zeigte das Finale bei den Juniorinnen, als Vidmanova (Setzliste Nr. 10) sich den ersten Satz knapp mit 7:5 holte, anschließend die Argentinierin Ana Geller mit 6:2 ausglich. Doch im dritten Durchgang war Vidmanova die Stärkere der beiden 16-jährigen Spielerinnen und sicherte sich mit 6:3 den Titel.

Ein schnelles und spannendes Match boten auch die beiden Junioren. Der topgesetzte 17-jährige Franzose Harold Mayot und der ein halbes Jahr jüngere Italiener Francesco Maestrelli, der sich als ungesetzter Spieler ins Finale vorarbeitete, zeigten sehr harte Schläge und begeisterten die Zuschauer. Maestrelli vergab bei eigener 5:4-Führung im ersten Durchgang einen Satzball, Mayot reichte am Ende jeweils ein Break, um das Finale knapp zu gewinnen. „Es war ein sehr hartes Spiel“, sagte Mayot nach der Siegerehrung. „Maestrelli hat sehr stark gespielt und ich musste heute schon mein bestes Tennis zeigen, um mich hier Durchzusetzen.“ Im Gegensatz zu den vielen anderen Teilnehmer geht es für Mayot nicht zum ITF-Turnier nach Berlin. „Ich fahre heute noch nach Hause, mache mal eine Pause.“

Die Hoffnung auf eine deutsche Finalteilnahme hatte sich am Samstag zerschlagen. Im Halbfinale der Juniorinnen konnte Julia Middendorf nicht an die am Freitag im Viertelfinale gezeigte Leistung anknüpfen und unterlag der späteren Siegerin Vidmanova letztlich klar mit 0:6, 3:6. Auch im zweiten Halbfinale sahen die Zuschauer zunächst eine einseitige Begegnung, die die Argentinierin Geller mit 6:0, 6:4 ebenso sicher gegen Annerly Poulos aus Australien gewann. „Ich habe mich von Spiel zu Spiel gesteigert“, freute sich Vidmanova über ihren Turniererfolg. „Ich hatte einige harte Spiele, aber in den entscheidenden Phasen habe ich mich durchgesetzt.“

Und auch im Doppel der Juniorinnen verpasste der deutsche Nachwuchs den Sprung in das Endspiel. Mara Guth und Julia Middendorf unterlagen im Halbfinale, ebenso musste sich Eva Lys zusammen mit ihrer Partnerin Darja Semenistaja (Lettland) geschlagen geben. Die französische Kombination Selena Janicijevic/Carole Monet blieb auch im Finale das bessere Team und gewann letztlich deutlich in zwei Sätzen gegen Alexandra Eala/Annerly Poulos (Philippinen/Australien).

Nicht an Dramatik zu überbieten war das rein italienische Endspiel im Doppel der Junioren, das erst im Matchtiebreak entschieden wurde. Luca Nardi und Lorenzo Rottoli nutzten ihren fünften Matchball zum 15:13-Erfolg, nachdem sie zuvor selbst einen Matchball abgewehrt hatten.

Insgesamt sechs gesetzte Spielerinnen hatten das Viertelfinale erreicht. Und zwei ungesetzte deutsche Nachwuchskräfte standen in der Runde der letzten acht Spielerinnen, Julia Middendorf vom TV Visbeck und Isabella Pfennig vom TC Großhesselohe. Middendorf gewann den ersten Satz gegen die US-Amerikanerin Emma Jackson mit 6:3, die wegen einer Verletzung aufgeben musste. „Ich lag schon mit 1:3 hinten, bin dann aber immer besser ins Spiel gekommen“, freute sich Middendorf über ihre Leistung. Pfennig setzte sich in drei spannenden Sätzen gegen die an Nummer fünf positionierte Französin Elsa Jacquemont mit 6:34, 1:6, 6:3 durch. Ausgeschieden ist dagegen Mara Guth. Sie unterlag der in der Jugendweltrangliste knapp 100 Plätze besser postierten Australierin Annerly Poulos. „Ich habe gar nicht so schlecht gespielt, aber mein Aufschlag ist nicht gekommen“, analysierte Guth ihre Partie. Pfenning, deren Großeltern in Dietzenbach wohnen und sie jeden Tag als Fans unterstützt hatten, schied ebenfalls gegen Annerly Poulos unglücklich mit 5:7 im dritten Satz im Viertelfinale aus, nachdem sie bereits im entscheidenden Durchgang deutlich geführt hatte.

Aus hessischer Sicht zeigte neben Mara Guths Achtelfinalniederlage gegen die höher eingeschätzte Poulos, auch die mit einer Wildcard versehene Pauline Greta Bruns ein starkes Turnier, unterlag erst in der zweiten Runde mit 4:6 gegen Jana Vannik. Bei den Junioren schieden die mit einer Wildcard bedachten hessischen Nachwuchsspieler in Runde eins aus. Lospech hatte dabei Matteo Feggi von TEC Darmstadt, der gegen den topgesetzten und späteren Sieger Mayot klar in zwei Sätzen ausschied.

Es war nicht sein erstes Jugend-Weltranglisten-Turnier auf der Rosenhöhe, jedoch sein erstes als Turnierdirektor. Jörg Barthel und sein Team haben von den Spielern, Trainern und Zuschauern sehr viel Lob für ihre Organisation und ihren Einsatz erhalten. „Wir haben eine Woche sehr hochklassiges Tennis hier in Offenbach gesehen“, zog Barthel ein Fazit. „Der Level der einzelnen Begegnungen war sehr hoch und es gab keinerlei Probleme mit dem Tennisnachwuchs aus der ganzen Welt.“ Barthel lobte sein komplettes Organisationsteam. „Wir waren von den letzten Jahren schon eingespielt, hatten zudem auch sehr viel Spaß miteinander.“ Kritisch wurde es nur einmal kurz am vergangenen Mittwoch, als die Regenfälle den Zeitplan um fünf Stunden nach hinten geschoben haben. „Wir haben die angesetzten Doppel auf den Donnerstag verschoben und die Unterbrechungen wieder aufgeholt.“ Ein Dank sprach Barthel auch für die reibungslose Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen des TC Rosenhöhe und des TC Waldschwimmbad aus, die ihre Plätze für Turnierbegegnungen und Trainingseinheiten zur Verfügung gestellt haben. Seine Vorgängerin Uta Tschepe war nur noch als Zuschauerin auf der Anlage und erfreute sich als „Ehrenturnierdirektorin“ an den spannenden Begegnungen.

Wir bedanken uns recht herzlich bei den diesjähirgen Sponsoren für ihre großartige Unterstützung. Durch das Engagement der Partner wird die Durchführung erst ermöglicht, z.B.: NÜRNBERGER VERSICHERUNG, ROSBACHER, STADT OFFENBACH, FRAPORT AG, OAKLEY, PAEDI PROTECT AG, PTS Tennisplatz- und Sportanlagenbau GMBH

   
       Boys Singles Sieger: Harold Mayot                  Girls Singles Siegerin: Darja Vidmanova              Girls Doubles: C. Monnet/S. Janicijevic

 
        Boys Doubles Sieger:                                                        Ballkinder im Einsatz bei den Singles Finals
           L. Nardi/ L. Rottoli



Vorbericht zum Internationalen Versicherungs-ITF-Junior Turnier 2019

Ein Erfolg beim Internationalen Nürnberger Versicherungs-ITF-Junior Turnier auf der Rosenhöhe in Offenbach kann leicht zu einem Sprungbrett auf dem Weg zur Weltspitze bei den Erwachsenen bedeuten. Vor sechs Jahren gewann die Tschechin Barbora Krejcikova als 17-Jährige das Turnier in Offenbach, knapp sechs Jahre später triumphierte sie bei den Australien Open auf, gewann zusammen mit dem US-Amerikaner Rajeev Ram den Titel im Mixed-Doppel. In Offenbach gewann sie damals die Einzelkonkurrenz, doch in den Folgejahren wurde sie eher zu einer Spezialistin im Doppel, nimmt aktuell Position zwei in dieser Rangliste ein. Ihre sicher bisher größten Erfolge feierte errang sie im vergangenen Jahr, als sie zusammen mit ihrer Doppelpartnerin und Landsfrau Katerina Siniakova das Doppelfinale von Paris und Wimbledon gewann, beim WTA-Finale scheiterten beide erst im Endspiel.

Gesucht werden in diesem Jahr ab dem 11. Juni die Nachfolger von Lea Ma aus den USA und Jiri Leheka aus Tschechien, die im vergangenen Jahr triumphierten. Doch die meisten Schlagzeilen gehörten Mara Guth, die dem hessischen Nachwuchs entstammt und mit dem TC Bad Vilbel in die Bundesliga aufgestiegen ist. Als damals noch 14-jähriges Talent startete sie mit einer Wildcard ausgerüstet und belegte vor dem Turnier Position 754 der Junioren-Weltrangliste. Das hat sich im Laufe der letzten zwölf Monate, nicht zuletzt durch den Erfolg in Offenbach verändert. Sie kämpfte sich überraschend bis ins Halbfinale vor, in dem sie gegen Elisabeth Mandlik aus den USA, der Tochter der ehemaligen Weltklassespielerin Hana Mandlikova, nach einem 6:7, 2:3-Rückstand aufgeben musste. Aktuell spielt Mara Guth als Nummer 137 der Jugend-Weltrangliste und ist damit beste deutsche Nachwuchsspielerin.

Bei den Junioren wird Justin Schageter (TK GW Mannheim) als bester Deutscher an Position 54 geführt. Der Sieger von 2016 und 2017, Rudolf Molleker, hat sich in seinem letzten Jahr als Junior 2018 nicht mehr in Offenbach blicken lassen und, wie auch mit seinen Trainern und dem DTB besprochen, verstärkt auf Turniere im Aktivenbereich gesetzt.

Das Turnier in Offenbach auf der Rosenhöhe gilt seit vielen Jahren als das am stärksten besetzte Turnier in Deutschland. Zwischen den beiden Grand-Slams in Paris und Wimbledon gelegen hat es im Tennis-Kalender einen festen Platz. 26 Jahre richtet der Verband die Veranstaltung aus, zum 15. Mal werden die gelben Filz-Bälle auf den Tennisplätzen des Verbandes, des TC Rosenhöhe und des TC Waldschwimmbads geschlagen. 2004 traf sich die Weltelite der Junioren erstmals in Offenbach, davor war Frankfurt Austragungsort.

Fotos: © Hikmet Temizer

Aktuelle Tagesberichte, Spielpläne und Ergebnisse finden Sie allesamt auf unserer Turnierhomepage

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Termin: Dienstag 11. – Sonntag 16. Juni

Qualifikation Sonntag und Montag ab 9 Uhr

Hauptfeld ab Dienstag 9.15 Uhr

Finalspiele Sonntag 16 Juni

Anlage: HTV, TC Rosenhöhe

Auf der Rosenhöhe, Offenbach

Titelbild: Die Sieger und Finalisten im Einzel aus 2018


Siegerehrung 2018: Doppel

    
Mara
Guth letztes Jahr im Halbfinale                         Matteo Feggi in Aktion

09.06.2019

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